TUMULT FRÜHJAHR 2015 (vergriffen)


Wir bringen in dieser Ausgabe einige späte Notate des Arztes und Anarchisten Otto Gross (1877-1920). Sie erlauben eine Wiederbegegnung mit der Befreiungszuversicht der europäischen Avantgarden im frühen 20. Jahrhundert. Wie viele andere Intellektuelle warb Gross für ein »kommunistisches Mutterrecht« und geißelte die Vaterrechtsfamilie als Brutstätte allen Unheils. 
    Hundert Jahre später ist die Hoffnung auf soziale Emanzipation durch sexuelle Entfesselung in bestriebsamem Stumpfsinn erstickt. Die vertrauten Machthaber – Tyrann, Autorität, Patriarch – werden von einem unerbittlichen Selbst abgelöst, das nach Direktiven der Optimierung und Absicherung das autonomietrunkene Individuum an die Kandare nimmt. Wir erleben den endgültigen Triumph des alten männlichen Programms der Selbstbehauptung, die Entstehung eines Einheitsgeschlechts der Selbstverfügbarkeit.
 

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung schlägt Schneisen in die subventionierte Wirklichkeit, sorgt für Belichtungen von toten Winkeln der Wahrnehmung und öffnet Landschaften der Poesie.

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung durchmisst die Räume des Politischen, erforscht die
Lebenswelt Netz, informiert über Die Bewirtschaftung der Zukunft und sucht Das Gespenst Sexualität heim.

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Umfang: 96 Seiten
Preis: 8,00 Euro (D) 8,50 Euro (A) 10,00 SFR (CH)
Format: 20 x 28,6 cm


Erscheinungsdatum: 11. März 2015
Pressecode: 4-198745-408000-01
Vertriebsinformationen: siehe hier ☛

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung erscheint vier Mal im Jahr, und zwar jeweils im Frühjahr (März), im Sommer (Juni), im Herbst (September) und im Winter (Dezember). Verleger und Inhaber der Zeitschrift ist der Verein Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT e. V., Dresden. Näheres siehe Menüpunkt FÖRDERVEREIN

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INHALT


Frank Böckelmann und Horst Ebner – Die Befreiung frisst ihre Kinder Zur sechsten Ausgabe der Vierteljahresschrift ☛ PDF
 

SCHNEISEN

Thomas Kapielski  Kompost II Aphorismen
Gerd Koenen – Vom Ernst und Schrecken der einen Welt 
Günter Maschke – Die Revolution des Völkerrechts 1919 und dessen heutige Selbstzerstörung 
François Jullien – Landschaft denken, europäisch/chinesisch
Jürgen Paul Schwindt – Die Mitmacher Zur Pathogenese der neuen deutschen Universität.
Teil V (figurae dramatis 3) – Die »Kreatur« ☛ PDF
                                                       

BELICHTUNGEN

Sebastian Hennig – Die Hölle hat kein Bild Dresden, Februar 1945
Markus Krajewski – Bauformen des Gewissens Architektur und Medien nach der Stunde null
Napoleon Bonaparte – Geheime Aufzeichnungen Herausgegeben von Peter Pörtner
Alexander Schuller – Dea i dino oder Kiez to go 

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Josef Kraus – Schluss mit der Re-Ideologisierung der Bildungspolitik!
 

RÄUME DES POLITISCHEN

Otto Gross – Orientierung der Geistigen 
Otto Gross – Zum Problem: Parlamentarismus
Otto Gross – Themen der revolutionären Psychologie
Anton Kuh – Die Lehre des Otto Gross
Siegfried Gerlich – Der monströse Marquis Zur anthropologischen Revolte de Sades ☛ PDF
 

LANDSCHAFTEN

Takasaki – Als ich aufwachte
Jörg Bernig – eine hand auf der stirn Zwei Gedichte
Michael S. Schwerzler – weißraum Gedichte
 

DIE BEWIRTSCHAFTUNG DER ZUKUNFT

Rudolf Heinz und Stefan Winter – Todestrieb und Zeitstruktur Ein Gespräch über Psychoanalyse, Kunst, Ökonomie. Erster Teil
 

DAS GESPENST SEXUALITÄT

Gabriel Ramin Schor – Hey Joe Kleine paranoisch-kritische Chronik des Lustbetrugs

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Christoph Stark – Exzellenz des Marktes Die »Leuphana Universität Lüneburg«

 

 

 

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