TUMULT HERBST 2015 (vergriffen)

TUMULT präsentiert in seiner aktuellen Ausgabe zwei auf Deutsch unveröffentlichte politisch-philosophische Eingriffe Herbert Marcuses, des Vor- und Fürsprechers der Protestbewegung von 1967 ff.: den Aufsatz »Sprache und technologische Gesellschaft« (1961), eine Art Vorstudie zu Der eindimensionale Mensch, und ein Podiumsgespräch über den Zustand der »Demokratie« in den USA aus dem Mai 1968, an dem Marcuse gemeinsam mit Norman Mailer und Arthur M. Schlesinger, Jr. teilnahm. Was Marcuse als »eindimensionale« Sprache beschreibt, die Verschmelzung von Politik mit Reklame und Massenaufklärung, hat sich mittlerweile zum totalen Verständigungsbetrieb aufgebläht. Der Frage, ob uns Marcuses Analyse heute noch weiterhelfen kann, widmen sich drei kenntnisreiche Beiträge sowie das Editorial. 
    Ein weiterer kleiner Schwerpunkt bringt eine eindringliche Auseinandersetzung mit dem abgründigen Denken Martin Heideggers jenseits akademischer Betulichkeit und skandalisierender Aufgeregtheit. 
    Zum Auftakt erklärt der Moskauer Philosoph Alexander Michailowski am Beispiel der Ukraine-Krise, warum ein an universellen Werten und am Völkerrecht orientiertes Verständnis des Politischen nicht weniger gefährlich ist als eine an purer Macht oder am Finanzmarkt orientierte Politik. Er plädiert für eine Kontaktaufnahme zwischen unabhängigen russischen und europäischen Geistern.
 

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung schlägt Schneisen in die subventionierte Wirklichkeit, sorgt für Belichtungen von toten Winkeln der Wahrnehmung und öffnet Landschaften der Poesie.

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung durchmisst die Räume des Politischen, erforscht die
Lebenswelt Netz, informiert über Die Bewirtschaftung der Zukunft und sucht Das Gespenst Sexualität heim.

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Umfang: 96 Seiten
Preis: 8,00 Euro (D) 8,50 Euro (A) 10,00 SFR (CH)
Format: 20 x 28,6 cm


Erscheinungsdatum: 9. September 2015
Pressecode: 4-198745-408000-03
Vertriebsinformationen: siehe hier ☛

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung erscheint vier Mal im Jahr, und zwar jeweils im Frühjahr (März), im Sommer (Juni), im Herbst (September) und im Winter (Dezember). Verleger und Inhaber der Zeitschrift ist der Verein Freunde der Vierteljahresschrift TUMULT e. V., Dresden. Näheres siehe Menüpunkt FÖRDERVEREIN

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INHALT


Frank Böckelmann und Horst Ebner – Gibt es wenigstens eine einzige Lebensform? 
Zur Ausgabe Sommer 2015 ☛ PDF
 

SCHNEISEN

Alexander Michailowski Die neue Feindschaft im Spiegel der Ukraine-Krise
Jean-Luc Nancy – Politik, das wäre die Praxis des Auflauerns Ein Gespräch mit TUMULT 
Jürgen Paul Schwindt – Die Mitmacher Zur Pathogenese der neuen deutschen Universität.
Teil VII (oikonomia) – Die »pipeline«
François Jullien – Vom Abstand zum Gemeinsamen Zweiter Teil. Abweichung heißt kulturelle Ressource und Reflexion
                                                       

BELICHTUNGEN

Peter Strasser – Der Kunstverdruss
Ulrich Schacht – Power-Leasing Zur Genealogie der Macht Angela Merkels ☛ PDF
Parviz Amoghli – Der halbe Untergang Die ausgeblendete Oberwelt Berlin 1945  
 

MARCUSE / HEIDEGGER

Herbert Marcuse – Sprache und technologische Gesellschaft
                               Kommentar Peter-Erwin Jansen
Herbert Marcuse, Norman Mailer, Arthur M. Schlesinger, Jr. – Hat Demokratie eine Zukunft? 
Ein Podiumsgespräch mit Nat Henthoff im Mai 1968
                               Kommentar Peter-Erwin Jansen
Martin Kurthen – Sprache als Instrument und als Prozedur
Rudolf Burger – Ein Brief zu Marcuse
Rudolf Maresch – Nichts ist starr, alles fließt
Clemens Pornschlegel – Pappkamerad Heidegger Zur Verdrängung der Judenfrage
aus der bundesrepublikanischen Moderne

Siegfried Gerlich – Martin Heidegger und der Aufgang des Abendlandes Die Schwarzen Hefte
gegen ihren Herausgeber verteidigt
Ernst NolteDer junge Student und der berühmte Professor Erinnerungen an Martin Heidegger
aus dem letzten Kriegsjahr 1944/45

 

LANDSCHAFTEN

Sibylle Klefinghaus – Aux Armes / Protokoll
Takasaki – Wie viel Wirklichkeit bleibt noch übrig?
Lorenz Jäger – Die Töchter der Sonne ☛ PDF
 

DIE BEWIRTSCHAFTUNG DER ZUKUNFT

Ralph Heidenreich und Stefan Heidenreich – Daten und Preise Was Automaten mit Märkten machen
 

LEBENSWELT NETZ

Sonia Fizek – All Work and No Play Sind Computerspiele die Fabriken der Zukunft?

 

 

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