SCHRIFTEN ZUR VERKEHRSWISSENSCHAFT

Das Projekt TUMULT existiert als Publikation seit 1979 – ursprünglich initiiert im Kreis um Michel Foucault als Zeitschrift in französischer, italienischer und deutscher Version, schließlich in Gestalt einer unregelmäßig fortgesetzten Reihe von Themenbänden, redigiert von deutschen und österreichischen Geistes- und Sozialwissenschaftlern. Die mittlerweise ca. 40 Bände umfassende Reihe trug anfangs den Namen TUMULT – Zeitschrift für Verkehrswissenschaft und wurde zu Beginn der neunziger Jahre in TUMULT – Schriften zur Verkehrswissenschaft umbenannt. In ihrer wechselvollen Geschichte wanderte sie durch insgesamt acht Verlage.

Herausgegeben wurde die Schriftenreihe viele Jahre hindurch von Frank Böckelmann und Walter Seitter. Der dritte Herausgeber, Dietmar Kamper, verstarb 2001. Zu den Mitgliedern der Gründungsredaktion gehörten außerdem u.a. Hans-Peter Gente, Herbert Nagel, Ulrich Raulff und Hanns Zischler.

Frank Böckelmann trat im Februar 2016 als Herausgeber zurück, gehört aber weiterhin dem Redaktionsrat an. Dessen andere Mitglieder sind: Horst Ebner, Ivo Gurschler, Alexander Klose, Helmut Kohlenberger, Ulrich van Loyen, Michael Neumann, Michaela Ott, Peter Pörtner, Wolfert von Rahden, Christopher Schlembach, Walter Seitter.

Fortgesetzt wird die Reihe der Schriften zur Verkehrswissenschaft im: SONDERZAHL VERLAG (Dieter Bandhauer), Große Neugasse 35/15, A-1040 Wien.

Über die bisher erschienenen Bände der Reihe können Sie sich hier informieren.

Restexemplare von etwa der Hälfte dieser Bände können erworben werden vom BÜCHSE DER PANDORA VERLAG in der: Majuskel Medienproduktion GmbH (Peter Grosshaus), Schulstraße 20, D-35579 Wetzlar.
Telefon: 0(049)6441-445 83 60  E-Mail: digitalakrobaten@googlemail.com 

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VIERTELJAHRESSCHRIFT: MOTIVE DER GRÜNDUNG

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung wird redigiert und verantwortet von Frank Böckelmann, Dresden, und Horst Ebner, Wien (siehe KONTAKT/IMPRESSUM).

Für die Entscheidung, der Schriftenreihe ein periodisch erscheinendes Organ aktueller Auseinandersetzung zur Seite zu stellen, gibt es vor allem zwei Gründe: die auffällige Zurückhaltung der Intellektuellen angesichts der Konvulsion globaler Mächte und Märkte und der wachsende Konsensdruck in der öffentlichen Meinung online und offline. Beides bedingt sich wechselseitig.

TUMULT reagiert auf diesen Konsensdruck, er­zeugt von global vernetzten Wirklichkeitspächtern, sprich: machtvollen Sinnproduzenten (TV-Riesen und Massenblattverlagen), Formatgebern von Internet und Mobiltelefonie und Groß­werbekunden. TUMULT reagiert auf die Reformierung der Hochschulen nach Maßgabe der Effizienzsteigerung. Unter dem Eindruck der Mittelknappheit und schrumpfender Anstellungs- und Aufstiegschancen vermeiden es die Lehrenden und Forschenden tunlichst, Dinge zu sagen, die ihrem Fortkommen abträglich sein könnten. Von inoffiziellen Sprachregelungen legen viele Tagungsberichte beklemmendes Zeugnis ab.

Parallel zur Entkräftung tradierter Gesinnungen und ideologisch begründeter Denkverbote beschleunigt sich in omnipräsenten Netzgemeinschaften der Abgleich von Vorverständnissen, Sicht- und Sprechweisen, Selbstdarstellungsmoden, Argumenten und (In-)Toleranzen. Dieser Ideenfilter der fragmentierten Alltagskommunikation ergänzt gleichsam die Absprachen unter Vertretern von Medien, Parteien, Regierungen, Konzernen, Organisationen und Beratungsfirmen in weltweit geknüpften Elite-Netzwerken.

So wie der Hochfrequenzhandel mit Wertpapieren die persönliche Lageeinschätzung der Marktteilnehmer ablöst, so resultiert aus der permanenten Beliebtheitsprüfung von Stichworten, Vorlieben und Haltungen auf Social Media-Foren, in Rankings und über andere digitale Dienste eine zwanglose, doch hochkonforme Verständnisinnigkeit – die aber meist als entfesselter Schlagabtausch und vielstimmiges Spektakel erlebt wird.

Die Gleichschaltung von heute – das ist die neue Form der Offenheit selbst. Die Verfahrensregel vereinnahmt den Sinngehalt, die Kommunikation das Kommunizierte. Erfolgt nämlich der Schlagabtauch der Meinungen im Sekundentakt, schieben alle Teilnehmer ganz automatisch die Kurzformeln vor, die noch Aufmerksamkeit und Zustimmung oder Skandalisierung versprechen. So weicht die Auseinandersetzung zwischen Positionen, Bekenntnissen und Lebensweisen dem Werben für die Gleichberechtigung aller (toleranten) Überzeugungen.

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CHARAKTER DER VIERTELJAHRESSCHRIFT

TUMULT – Vierteljahresschrift für Konsensstörung ist eine von Wissenschaftlern und Künstlern (im weitesten Sinne) betriebene Plattform, aber keine wissenschaftliche Zeitschrift und keine Kunstzeitschrift. Mainstreamkundig und randständig, versteht sich TUMULT als unabhängiges Organ der Gegenwartserkundung fernab akademischer und volkspädagogischer Sprachregelungen.

Eben das Vielberedete gilt es als Unbekanntes zu entdecken: Nachrichtendienstliche Weltnetzüberwachung, Finanzblasen, Euro-Dilemma, Konnex der Mächte im Super- und Schwellenstatus, Abwanderung der Lebenszeit ins Internet, Energiequellenpanik, »Sex« und »Sexismus«. TUMULT präsentiert Denker und Sprachkünstler, die sich den Automatismen einer raschen Verständigung entziehen, die laufenden Ereignisse mit befremdetem Blick betrachten und auf kompromisslose Empirie und Erfahrungsverdichtung dringen.

Auf der Suche nach einem schlagenden Begriff für solche Geister haben wir uns den Selbstdenker entliehen, von Arthur Schopenhauer in den Parerga und Paralipomena eingeführt und zuletzt von Karl Heinz Bohrer wieder aufgegriffen. Die Figur des Selbstdenkers gewinnt an Plausibilität in der Allgegenwart einer neuartigen, coolen Servilität und Bravheit, die weniger dem Gebot einer druckvollen Ideologie als vielmehr der Sorge um das berufliche Fortkommen, die Reputation im Kollegenkreis und die Zuteilung von Budgetmitteln gehorcht. Vorbeugend befleißigt man sich einer großzügigen Phraseologie (»Weltoffenheit«, »Vielfalt«, »Demokratisierung«), um jedenfalls, komme was da mag, auf der richtigen Seite zu stehen. Den Anspruch auf souveränes Denken wahren heute nur jene, die es aushalten, dass ihre Denkergebnisse auf absehbare Zeit nutzlos sein werden. Wir sehen nicht, welchen Karriere-Vorteil eine Mitarbeit in der Vierteljahresschrift für Konsensstörung bringen könnte.

TUMULT publiziert neben Luftigem und Unaufgeräumtem auch Schwieriges und Unplausibles, neben experimentellen Textsorten auch Manifestartiges. Die Redaktion schätzt denkerische Strenge und Konsequenz, aber nicht die rituelle Stilisierung selbstgenügsamer Wissenschaftlichkeit. Erkenntnis als Frucht der Begierde zu begreifen, was vor sich geht, ist heute annähernd überflüssiger Luxus. Es herrscht die Zuversicht vor, man könne sich die Welt nach Belieben zurechtmachen, müsse sie nicht erst erkennen.

Aber wir hängen am Luxus und nehmen gern das Risiko in Kauf, elitär zu erscheinen. Die Intellektuellen sind die Elite der Überflüssigen.

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ZUM MITARBEITERSTAMM

Die Vierteljahresschrift TUMULT ist das Publikationsorgan eines Stamms eingeladener und interessierter Mitarbeiter, die der Redaktion nach eigenem Ermessen und Bestreben Texte (in einem Umfang von regulär bis zu 10.000 Zeichen inkl. Leerzeichen) und Bild­material (nach Klärung der Lizenzierungsbedingungen) zur Verfügung stellen.

Entgegen ersten Verlautbarungen kann die Redaktion im Hinblick auf den beschränkten Gesamtumfang der Zeitschrift jedoch keine Garantie dafür übernehmen, dass sämtliche ihr zugesandten Texte und Bilder publiziert werden. Dem Mitarbeiterstamm gehören gegenwärtig folgende 100 Autoren an:

Jörn Ahrens, Gießen • Parviz Amoghli, Berlin/Wien • Thomas Ballhausen, Wien • Werner Beiweis, Wien • Michael Beleites, Blankenstein • Jörg Bernig, Radebeul • Rita Bischof, Berlin • Frank Böckelmann, Dresden • Michael Böhm, Berlin • Peter J. Brenner, Mering • Bettina Brüggemann, Durmersheim/Berlin • Rudolf Burger, Wien • Sophie Dannenberg, Berlin • Wilhelm Donner, Wien • Stefan Dornuf, Frechen • Horst Ebner, Wien • Kai van Eikels, Berlin • Wolfgang Ernst, Berlin • Wolfgang Eßbach, Freiburg i. Br. • Reinhard Falter, München • Egon Flaig, Berlin • Lothar Fritze, Chemnitz • Ulrich Fröschle, Dresden • Siegfried Gerlich, Hamburg • Albrecht Goeschel, Marquartstein • Paolo Goeschel de Carvalho, Marquartstein • Florian Grosser, St. Gallen • Bettina Gruber, Dresden/Bochum • Mario Gündl, Wien • Ivo Gurschler, Wien • Alois Halbmayr, Salzburg • Frank Hartmann, Weimar • Josef Haslinger, Leipzig/Wien • Thomas Hecken, Siegen/Witten • Sebastian Hennig, Radebeul • Horst G. Herrmann, Köln • Wolfgang Hetzer, Wien/Leipzig • Thomas Hoof, Waltrop • Lorenz Jäger, Frankfurt am Main • Frank Jödicke, Wien • Rainer Just, Wien • Thomas Kapielski, Berlin • Till Kinzel, Paderborn • Endre Kiss, Budapest • Sibylle Klefinghaus, Wriezen (Oderbruch) • Alexander Klose, Berlin • Reinhold Knoll, Wien • Helmut Kohlenberger, Freilassing/Wien • Oliver Kohns, Köln/Luxemburg • Josef Kraus, Ergolding • Friederike Kretzen, Basel • Matthias Kroß, Potsdam/Berlin • Thor Kunkel, Wallis (Schweiz) • Martin Kurthen, Zürich • Steffen Langenhan, Ilmenau • Armin Langroudi, Wien • Manfred Lauermann, Hannover • Vera Lengsfeld, Berlin • Ulrich van Loyen, Neapel/Köln • Dörthe Lütjohann-Guzzoni, Freiburg • Manfred Maengel, Berlin • Rudolf Maresch, Lappersdorf • Günter Maschke, Frankfurt am Main • Matthias Matussek, Hamburg • Alexander Meschnig, Berlin • Alexander Michailowski, Moskau • Jerónimo Molina Cano, Murcia (Spanien) • Gunther Nickel, Mainz • Rainer Paris, Magdeburg • Robert Pfaller, Wien • Wolfgang Pircher, Wien • Peter Pörtner, München • Clemens Pornschlegel, München • Andreas Raithel, Hürth • Hermann Rauchenschwandtner, Salzburg • Ralf Rother, Wien • Josef Rupitz, Wien • Gabriele Schabacher, Siegen • Ulrich Schacht, Förslöv (Schweden) • Christopher Schlembach, Wien • Josef Schmid, Bamberg • Manfred Schneider, Bochum • Detlev Schöttker, Berlin • Christina Schües, Lübeck • Schuldt, Hamburg • Alexander Schuller, Berlin • Jochen K. Schütze, Leipzig • Jürgen Paul Schwindt, Heidelberg • Walter Seitter, Wien • Erik von Senftenberg, Berlin • Wolfgang H. Spindler, München/St. Pölten • Benjamin Steininger, Wien • Steffen Stelzer, Kairo • Ingo Stöckmann, Bonn • Kerstin Stüssel, Bonn/Dresden • Yannic Weber, Baden-Baden • Gilbert Weiss, Salzburg • Katherina Zakravsky, Wien • Michael Zeller, Wuppertal • Benjamin Jahn Zschocke, Chemnitz

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