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TUMULT-BLOG
Im Mittelpunkt des TUMULT-Projekts steht die gedruckte Vierteljahresschrift. Durch ihr weitmaschiges Netz – viermal jährlich erscheinen 112 Seiten – fallen aber viele lesenswerte Zusendungen, die möglichst rasch veröffentlicht werden sollten oder gar termingebunden sind und/oder deren Umfang die Kapazitäten der Printausgaben überfordert. Solche Texte präsentieren wir fortan im TUMULT-Blog.
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Thomas Hartung: ALS KRANKSEIN ZUR IDENTITÄT WURDE
Argan ist krank. Daran besteht für ihn kein Zweifel. Eigentlich besteht in Molières „Le Malade imaginaire“ überhaupt nur für einen Menschen kein Zweifel daran, dass Argan krank ist: für Argan selbst. Er verbringt seine Tage damit, Arzneien einzunehmen, Einläufe zu kalkulieren, Rechnungen seiner Ärzte zu prüfen und die Signale seines Körpers zu beobachten. Medizin ist für ihn keine gelegentliche Hilfe gegen Beschwerden mehr. Sie ist die Sprache geworden, in der er sich selbst


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, das Böse ist monoton wie die rhythmisierten Parolen zur Befreiung Palästinas, die am Oranienplatz in Kreuzberg skandiert wurden, um die Morde vom 7.10. am 7.10. zu feiern. Verständlich, dass die wenigen Gegendemonstranten sich aus Sicherheitsgründen maskierten; wenn die Demo-Teilnehmer es auch taten, dann wohl weil sie getarnt enthemmter hassen und Israel noch inniger verfluchen konnten...


SEITENWECHSEL 2026: VERANSTALTUNGEN DER EDITION TUMULT
Autoren und Bücher, Gespräche und Gelegenheiten beim Seitenwechsel. Wir laden ein zu vielfältigem Austausch über Sklaverei, Krieg, Bastardmoderne und mehr an unserem Stand F 2 in Halle 1.


Gunther Nickel: KUNSTFREIHEIT UNTER POLITISCHEN VORZEICHEN – DIE KULTURPROGRAMME DER AfD
Die politische Zweckbindung öffentlicher Kulturförderung bei Linken, SPD und Grünen war hier vor einigen Tagen Gegenstand des Kommentars »Staatskunst im Namen der Freiheit«. Doch wie verhält es sich damit bei der AfD, die eine solche Instrumentalisierung der Kunst ausdrücklich kritisiert?


Markus C. Kerber: 75 JAHRE BUNDESVERFASSUNGSGERICHT
Während die Brandmauerstrategen im Bundestag die erforderlichen Mehrheiten sammeln, um den Status des Bundesverfassungsgerichts gegen jedwede Änderungen abzusichern (im Hinblick auf eine eventuelle Regierungsübernahme durch extremistische Parteien), bleibt die prozessuale Realität der Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbekannt...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, Geschichtsoptimist war ich nur kurz. In den für mich prägenden frühen Neunziger Jahren sah ich multikulturelle Imperien zusammenbrechen und Nationen aus ihren Trümmern erstehen. Mehr noch als das jähe Ende der Sowjetunion sprach der Zerfall Jugoslawiens gegen die Haltbarkeit von Vielvölkerstaaten, selbst im kleinen Ruanda mordeten Hutu Tutsi mit Macheten. Ganz offenbar waren Nationen, ihre Geschichte und ihre Mythen, haltbarer als mit eiserner Hand regierte


Michael Wiesberg: NVIDIAS REKORDE – UND WARUM TROTZDEM EINE KI-BLASE DROHT
Wer vor einer möglichen KI-Blase warnt, muss sich seit Ende August mit einem gewichtigen Gegenargument auseinandersetzen: Nvidia. Der US-Chipkonzern hat Zahlen vorgelegt, die selbst hohe Erwartungen übertreffen. Nvidia meldete für das Ende Juli abgeschlossene Quartal einen Umsatz von 96,2 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres...


Thomas Hartung: DIE VERWIRUNG IST PROGRAMM
„Wir schaffen das“, „Wir sind mehr“, „Wir haben Platz“: Ein kleines Personalpronomen reifte zur großen politischen Universalformel – und behauptet Gemeinschaft, ohne sie tatsächlich zu stiften...


Thomas Palzer: MEREOLOGIE
Ist der Geist Teil des Gehirns – oder ist es umgekehrt: das Gehirn Teil des Geistes? Das ist die entscheidende Frage – und ihre Beantwortung hat natürlich Folgen für die Diskussion um die Organspende. Da Organe Teile eines Organismus sind, und der Organismus Teil, nämlich Fundament einer Person, wird es kompliziert...


THOR KUNKEL IM TUMULT FORUM
Am 25. September 2026 stellte Thor Kunkel im Lesesaal der Bibliothek des Konservatismus in Berlin sein neues Buch vor, das Mitte Oktober in der EDITION TUMULT beim Gerhard Hess Verlag erscheinen wird: Von Korsaren zu Dominanzkriminellen. Die verheimlichte Geschichte der muslimischen Sklaverei und ihr Fortgang in der Gegenwart mit anderen Mitteln. Eine postkoloniale Studie (nicht von links)...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, die Linken sollen ran, finde ich. Sollen machen, was sie wollen, und dabei scheitern. Spektakulär und so gründlich, dass die Nachgeborenen sich mit Schaudern an jene islamostalinistischen „Tage der Kommune“ erinnern werden. Die linken Parteien wird es zerreißen, Berlin leider auch...


Carsten Germis: DEUTSCHER HERBST
Carsten Germis ist Chefredakteur von TUMULT und hat lange in Japan gelebt. Aus dieser Zeit stammt seine Begeisterung für Haikus. Das Haiku verdichtet Martin Heideggers Idee, nur Dichtung könne die Wahrheit des Seins in die Sprache holen, in minimalistischer Strenge in seine vielleicht reinste Form...


Gunther Nickel: STAATSKUNST IM NAMEN DER FREIHEIT
Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus mit ihrem besten Ergebnis der Parteigeschichte gewonnen, in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich unter Manuela Schwesig eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen ab. Die Sondierungen haben gerade erst begonnen, doch die Wahlprogramme lassen erkennen, wohin die Kulturpolitik steuert: mehr Geld für Kultureinrichtungen, sozialer Schutz für Künstler, breiterer Zugang zu kulturellen Angeboten...


Thomas Palzer: DEMOKRATIE, DEMOSKOPIE, DEMONTAGE
Das Problem an der Parteiendemokratie ist, dass Parteien in den Aberglauben vernarrt sind, Wirklichkeit skripten zu können. Das funktioniert nicht. Mehrheit ist nicht Wahrheit, sagt Hermann Lübbe. Wenn die Mehrheit „falsch“ wählt (wie nach mehrheitlicher Auffassung in Sachsen-Anhalt oder jetzt in Mecklenburg-Vorpommern), benötigen wir eine zweite Re-Education...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, als Lokalpatriot schmerzt mich ein Berlin-Bashing, das zumal in rechten Kreisen eine Art Argumentationsfolklore geworden ist. Man benutzt den bösen Begriff „Reichshauptslum“ oder zieht, Peter Scholl-Latour zitierend, Vergleiche zu Kalkutta...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, als kultivierter Mensch meiden Sie selbstverständlich das Theater. Komme ich, als gelernter Theaterregisseur, auf das Thema, erträgt der Herausgeber von TUMULT meinen Redeschwall wie einen Regenguss. Ich bitte also um Nachsicht, wenn ich ein, zudem vergessenes Theaterstück zum Ausgangspunkt einiger Überlegungen mache...


Carsten Germis: DIE LEEREN STÜHLE DER AFD
Kennen Sie Bohmte? Die Gemeinde liegt im Osnabrücker Land, nicht weit entfernt von der niedersächsischen Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Dort, in der tiefen norddeutschen Provinz, hat die AfD bei der Kommunalwahl am Wochenende 18,9 Prozent der Stimmen gewonnen, mehr als die SPD. Dafür stehen ihr nach dem vorläufigen Ergebnis sechs Sitze im Gemeinderat zu...


Thomas Palzer: DAS STANDARD-MODELL DER PHYSIK
Es geht mir hier um das Standardmodell des Fernsehens von der politischen Welt. Das unterscheidet sich nicht groß vom Standardmodell der Physik: Es ist ebenso unterkomplex wie gnadenlos berechenbar. Prozesse werden in Beliebtheitswerte und diese in bunte Tortenstücke aufgelöst. Wenn am kommenden Dienstag Wahl wäre ...


Karsten Dahlmanns: POLEN LACHT
Und zwar über uns, Landsleute, zuweilen wenigstens. So leid es mir tut. Kurz nachdem ich vor mehr als zwei Jahrzehnten nach Polen ausgewandert war, um an dortigen Hochschulen zu lehren, erntete ich auf einem Klassentreffen mitleidige Blicke. Man schaute mich an, als hätte ich mich dazu entschlossen, in Togo oder Tansania zu leben, und zweifelte an meinem Verstand...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, wenn ich Ihnen in den kommenden Wochen Botschaften per Flaschenpost zukommen lasse, dann geschieht das in größtmöglicher Heimlichkeit. Wie der Wal den Jona so hat mich Berlin verschluckt und ahnt nichts von meiner Existenz. Da ich mich ruhig verhalte, im Inneren des Wals, wird er mich vielleicht nicht ausspeien. Ich muss aber meine Schritte vorsichtig setzen, um das sensible Ungeheuer nicht zu provozieren, schließlich bin ich sein Untermieter und teile mit m
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