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TUMULT-BLOG
Im Mittelpunkt des TUMULT-Projekts steht die gedruckte Vierteljahresschrift. Durch ihr weitmaschiges Netz – viermal jährlich erscheinen 112 Seiten – fallen aber viele lesenswerte Zusendungen, die möglichst rasch veröffentlicht werden sollten oder gar termingebunden sind und/oder deren Umfang die Kapazitäten der Printausgaben überfordert. Solche Texte präsentieren wir fortan im TUMULT-Blog.
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Thomas Hartung: DIE NEUE VOLKSPÄDAGOGIK
Deutschland besitzt mittlerweile eine bemerkenswerte Fähigkeit, selbst die banalsten Formen populärer Unterhaltung in moralische Großkonflikte zu verwandeln. Nun hat es auch die Bergkirchweih in Erlangen erwischt. Mehrere bekannte Party- und Volksfestlieder wurden dort wegen angeblichen Sexismus und Frauenfeindlichkeit faktisch auf den Index gesetzt...


Marc Pommerening: DIE KABALE DER SCHEINHEILIGEN. WENN KOMÖDIANTEN ZUR STÜTZE DER HERRSCHENDEN WERDEN
Das Ancien Regime hatte seine Abenteurer; die Zwischenkriegszeit prägten Hochstapler; Epochenfigur unserer Krisenzeit ist der Comedian, der mit todernster Miene Laienpredigten hält. Wie ein Kleriker neuen Typs bestärkt er die Herrschenden und verhöhnt ihre Verächter. Sein Spott trifft Ketzer; sein Witz ist ihm Mittel zum Zweck und dient der Verkündung einer frohen und woken Botschaft...


Carsten Germis: DIE ANGST VOR DER KUNST
Es beginnt mit einer Band. Eine Musikagentur schließt einen Vertrag mit der Gruppe »Wandermaler«. Die Musik ist bekannt. Die Künstler sind bekannt. Geld fließt, die Künstler finanzieren großzügig vor. Die Zusammenarbeit beginnt. »Lyrikrock«, das Genre der Gruppe, kommt an beim Publikum. Ihr Motto auch: Die Kunst im Mittelpunkt...


Thomas Hartung: DAS NEUE ALTE EINHEITSBRAUN
Hooton-Plan, „nazisicheres“ Land, jetzt Bärbel Bas’ (SPD) „Einheitsbraun“: Warum die Vergewisserung des Eigenen unter Verdacht steht – und die Vielfalt des Fremden neue Staatsideologie wird...


Thomas Hartung: DIE EWIGE WIEDERKEHR DES EINFACHEN
Der deutsche Schlager erlebt gerade, was jedes langlebige Genre irgendwann erlebt: Er wird im Fernsehen ausgedünnt, aus Programmfenstern gedrückt, von Intendanten als „zu alt“ etikettiert, von Digitalstrategen in die Zukunft verbannt – und bleibt doch, erstaunlich unbeirrt, in den Köpfen, auf den Festen, nach Mallorca, im Karneval, beim Schützenfest, auf der Münchner Wies’n, im Brixental, im Bierzelt und im Vereinsheim...


Dirk Brockschmidt: EIN ANDERER KALENDER – ÜBER BANINES JÜNGER-MEMOIR
Der Dachdecker hält in der Bewegung inne. Sein erhobener Hammer steht einen Augenblick in der Luft. Schließlich legt er ihn langsam, fast behutsam, aus der Hand, als wäre die Bewegung selbst schon nicht mehr erlaubt. Zwei Worte nur sind gefallen – »Mobilmachung befohlen« – und doch genügen sie, um die Ordnung der Dinge zu verändern. Aus einer friedlichen Gemeinschaft wird eine militärische, aus Alltag wird Krieg, aus Zeit Geschichte...


Roman Raskolnikow: ANGST, TOD, MODERNE UND DER WEG HIN ZUR SELBSTÜBERWINDUNG
Angst. Was ist eigentlich Angst? Der begrifflichen Herkunft nach stammt das deutsche Wort Angst vom althochdeutschen angust ab und ist verwandt mit dem lateinischen angustus. Beide Begriffe haben die Empfindungen der Enge, der Bedrängnis sowie der Beklemmung zum Gegenstand...


Edmund Piper: WIRKLICHKEITEN. ÜBER DEN KÜNSTLER FRANK SCHÄPEL UND DIE RÄNDER DES SICHTBAREN
Es sind nicht die großen Häuser, in denen sich gegenwärtig die interessantesten Verschiebungen beobachten lassen, sondern die kleinen, halbverdeckten Räume an den Rändern des Kulturbetriebs. Orte wie die „Staatsreparatur“, ein Raum, der sich – jenseits etablierter Kuratierungslogiken – auch Positionen öffnet, die im gegenwärtigen Kunstdiskurs nur selten sichtbar werden...


Thomas Hartung: DAS GEHIRN UMERZIEHEN
Laut Liya Yu sei uns „das Autoritäre” zwar eingeschrieben, „das Liberale” aber evolutionärer Zielpunkt. Damit „Rechte” nicht gewinnen, muss das Gehirn also linkstrainiert werden. Das ist orwellesk...


Karol Sauerland: DEUTSCH-POLNISCHES. EINE REAKTION AUF MARKUS C. KERBER
Als Autor ist man selbstredend über Kommentare erfreut, auch wenn sie kritisch ausfallen, wie der von Professor Markus C. Kerber, der dafür bekannt ist, dass er immer wieder das Machtstreben der EU-Kommission und des Gerichtshofs der Europäischen Union (EuGH) anklägerisch unter die Lupe nimmt...


Markus C. Kerber: DEUTSCHLAND – POLEN. EIN UNVERHÄLTNIS?
Wenn ein so würdiger und erfahrener Autor wie Karol Sauerland in den digitalen Zeilen dieser Zeitschrift seine Impressionen zum deutsch-polnischen Verhältnis niederschreibt, verdient das für sich genommen bereits Respekt...


Thomas Hartung: DIE OPER ALS FÜRSORGEANSTALT
Mozarts „inklusive“ Umdichtung macht aus Oper Betreuung, aus Sprache Hygiene: Warum die „Zauberflöte“ in Radebeul zum Symptom einer Kultur der Infantilisierung wird...


Marc Pommerening: SUBJEKTIVE ANMERKUNGEN ZUM „LICHTSPIELFÜHRER“ VON MARTIN LICHTMESZ
Dass der Altmeister John Ford dem Teenager Steven Spielberg eine Art Privatissimum zur Bildkomposition hielt, erschien dem Altmeister Spielberg derart prägend, dass er die Begegnung in Fords Büro zur Apotheose seines 2020 entstandenen autobiographischen Films „The Fabelmanns“ machte...


Thomas Hartung: TRANSIDEALITÄT
Leon de Winter erzählte Ende Februar in seiner WELT-Kolumne einen Dreiklang, der auf den ersten Blick wie eine Randnotiz der Tagespolitik wirkt, bei genauerem Hinsehen aber eine tektonische Verschiebung zeigt: Hillary Clinton, zum ersten, sitzt auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit einer Transfrau auf dem Podium und diskutiert über „Frauenrechte“ – als wäre es ganz selbstverständlich, dass die politische Repräsentation von Frauen durch eine biologisch männliche Person erf


Till Kinzel: SIEFERLE UND DER KRIEG – ZUR WIEDERVORLAGE
Die eklatante Vernachlässigung der Kriegsgeschichte in der deutschen Geschichts- und Politikwissenschaft seit den 1960er Jahren war die Folge eines Paradigmas, das sich der Kombination aus Pazifismus bzw. Friedensforschung und sozialgeschichtlicher Orientierung verdankte. So blieb sie an den Universitäten marginalisiert...


Christoph Ernst: NICHT UNSER KRIEG?
„Das ist nicht unser Krieg!“ sagt Deutschlands Verteidigungsminister. Auch der Kanzler tut so, als sei das Sichern internationaler Seewege ein aggressiver Akt. Für Friedrich Merz ist der Iran nicht Sache der NATO. So, als habe das wirtschaftlich gebeutelte Deutschland keinen Bedarf an niedrigeren Öl- und Gaspreisen...


Dirk Brockschmidt: KEIN EREIGNIS, ABER LESBAR. SEBASTIAN HAFFNERS ABSCHIEDSVORSTELLUNG
Paris 1932. Bevor sich der Leviathan in den Wirren der Weimarer Republik den deutschen Geist vornimmt, verbringt der Erzähler in Sebastian Haffners aus dem Nachlass erscheinenden Roman »Abschied« eine lebhafte Zeit in der Pariser Bohème...


Karol Sauerland: DEUTSCH-POLNISCHES
Die Nicht-Wahrnehmung des Nachbarn Polen durch die Deutschen ist frappierend, wenngleich auch unverständlich. Kanzler Merz machte es wieder deutlich, als er wohlmeinend für die Ukraine, aber auch – wenngleich ungewollt – für Russland auf dem CDU-Parteitag erklärte, dass der Krieg gegen die Ukraine mittlerweile länger dauere als der Zweite Weltkrieg...


Thomas Hartung: EIN NEUES BLATT, EIN ALTES THEMA
Mit der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung OAZ erschien dieser Tage ein Medium, das sich ausdrücklich als Zeitung von und für Ostdeutsche versteht...


Thomas Hartung: HALTUNGSGEHORSAM – WIE SICH DIE MORAL VERKLEIDET
Wer heute keine „Haltung“ zeigt, gilt als verdächtig. Doch hinter der neuen moralischen Pose verbirgt sich oft nur alter Gehorsam – mit politisierenden Parolen und digitalem Pranger...
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