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TUMULT-BLOG
Im Mittelpunkt des TUMULT-Projekts steht die gedruckte Vierteljahresschrift. Durch ihr weitmaschiges Netz – viermal jährlich erscheinen 112 Seiten – fallen aber viele lesenswerte Zusendungen, die möglichst rasch veröffentlicht werden sollten oder gar termingebunden sind und/oder deren Umfang die Kapazitäten der Printausgaben überfordert. Solche Texte präsentieren wir fortan im TUMULT-Blog.
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Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, als kultivierter Mensch meiden Sie selbstverständlich das Theater. Komme ich, als gelernter Theaterregisseur, auf das Thema, erträgt der Herausgeber von TUMULT meinen Redeschwall wie einen Regenguss. Ich bitte also um Nachsicht, wenn ich ein, zudem vergessenes Theaterstück zum Ausgangspunkt einiger Überlegungen mache...


Carsten Germis: DIE LEEREN STÜHLE DER AFD
Kennen Sie Bohmte? Die Gemeinde liegt im Osnabrücker Land, nicht weit entfernt von der niedersächsischen Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Dort, in der tiefen norddeutschen Provinz, hat die AfD bei der Kommunalwahl am Wochenende 18,9 Prozent der Stimmen gewonnen, mehr als die SPD. Dafür stehen ihr nach dem vorläufigen Ergebnis sechs Sitze im Gemeinderat zu...


Thomas Palzer: DAS STANDARD-MODELL DER PHYSIK
Es geht mir hier um das Standardmodell des Fernsehens von der politischen Welt. Das unterscheidet sich nicht groß vom Standardmodell der Physik: Es ist ebenso unterkomplex wie gnadenlos berechenbar. Prozesse werden in Beliebtheitswerte und diese in bunte Tortenstücke aufgelöst. Wenn am kommenden Dienstag Wahl wäre ...


Karsten Dahlmanns: POLEN LACHT
Und zwar über uns, Landsleute, zuweilen wenigstens. So leid es mir tut. Kurz nachdem ich vor mehr als zwei Jahrzehnten nach Polen ausgewandert war, um an dortigen Hochschulen zu lehren, erntete ich auf einem Klassentreffen mitleidige Blicke. Man schaute mich an, als hätte ich mich dazu entschlossen, in Togo oder Tansania zu leben, und zweifelte an meinem Verstand...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, wenn ich Ihnen in den kommenden Wochen Botschaften per Flaschenpost zukommen lasse, dann geschieht das in größtmöglicher Heimlichkeit. Wie der Wal den Jona so hat mich Berlin verschluckt und ahnt nichts von meiner Existenz. Da ich mich ruhig verhalte, im Inneren des Wals, wird er mich vielleicht nicht ausspeien. Ich muss aber meine Schritte vorsichtig setzen, um das sensible Ungeheuer nicht zu provozieren, schließlich bin ich sein Untermieter und teile mit m


Thomas Palzer: DAS GROSSE THEATER
Die KI heuchelt. Sie tut so, als ob. Als ob sie denken, empfinden, fühlen, ahnen und zweifeln könnte. Aber das kann sie nicht. Sie heuchelt es nur. Dennoch ist die KI nützlich – oder kann es zumindest sein. Insofern ist die Fiktion, dass sie denken kann, lebenspraktisch...


Dirk Brockschmidt: TAGEBUCH EINER UNBEQUEMEN
Monika Maron zwischen DDR und moralischem Autoritarismus. »Nach meinem Tod zu verbrennen« – kaum eine Verfügung ist unter Schriftstellern und Intellektuellen so verbreitet wie diese Aufforderung. Hätte Max Brod den Willen Franz Kafkas befolgt, man spräche von Kafka als einem Randphänomen der Prager Literatur...


Thomas Hartung: WÖRTER UNTER VERDACHT
Sprache hat ein Gedächtnis, aber keine Erbsünde: Wer Wörter nach ihrer Herkunft moralisch verdächtigt, betreibt keine Sprachkritik mehr, sondern politische Erziehung durch Bedeutungsaufsicht...


Markus C. Kerber: KANN RUSSLAND AUF SEINE IMPERIALITÄT VERZICHTEN?
In einer Studie über das Schicksal deutscher Kriegsgefangener findet sich ein Bild deutscher Offiziere in sowjetischer Kriegsgefangenschaft bei der Mahlzeit. Banderolen mit einem Zitat von Karl Marx begleiten das karge Mahl: „Ein Volk, das andere Völker unterdrückt, kann niemals selbst frei sein. Ein Volk, das andere Völker versklavt, schmiedet seine eigenen Ketten.“


Ulrich Fröschle: MIT HITLER GESCHLAGEN. BERTOLT BRECHT ZUM 70. TODESTAG
Der Augsburger Autor, der vor 70 Jahren in der Chausseestraße 125 in der Hauptstadt der DDR starb, steht für eine deutsche Linke, die ihr Vaterland nicht vergaß, dem eigenen Volk und dessen Souveränität verpflichtet war...


Holger Fuß: DER MEDIAL-MANIPULATORISCHE KOMPLEX
Namenswitze scheinen hierzulande verpönt. Über den ZDF-Intendanten Norbert Himmler habe ich nie einen gehört. Eigentlich schade, denn dieser Mann ist die ideale Zielscheibe für allerlei Schabernack. Außerdem habe ich einen richtig guten Gag über ihn erfunden. Und der geht so: Frage an den Intendanten: Heißen Sie eigentlich wirklich so oder ist das ein Künstlername?


AN EINEM SONNTAG IM AUGUST
85 Jahre Frank Böckelmann. Bilder eines denkwürdigen Tages in Dresden. Gruß und Dank an alle Gäste!


Thomas Hartung: DER KONTAMINIERTE HÜGEL
Die Wagner-Festspiele luden Michel Friedman aus und wieder ein – und offenbaren damit ein tieferes Problem. Warum Kultur oft mehr Haltung inszeniert als Kunst vermittelt und Personen wichtiger werden als Werke...


Thomas Hartung: DIE UMWERTUNG DER WAHRHEIT
Wenn Begriffe ihre Bedeutung verlieren, gerät nicht nur die Sprache ins Wanken, sondern auch der Rechtsstaat. Überlegungen zum Verhältnis von Wahrheit, Macht und Moral unserer Gegenwart...


Markus C. Kerber: SELBSTVERSTÄNDLICH?
Der „regierende" Bürgermeister Kai Wegner bleibt im Amt. In der persönlichen und politischen Biographie des Kai Wegner gibt es viele weiße Flecken. Sein Lebenslauf, sofern nachprüfbar, erlaubt nur die Feststellung, dass er über Abschlüsse an höheren Schulen nicht verfügt und nie über einen langen Zeitraum einer geregelten Beschäftigung nachgegangen ist...


Thomas Hartung: DIE MORAL SCHMILZT ZUERST
Die Kontroverse über Klimaanlagen offenbart einen tieferen Konflikt: Soll Politik Menschen konkret schützen – oder sie abstrakt-moralisch erziehen? Anmerkungen über Hitze, Ideologie und Vernunft...


Christoph Ernst: DIE ART DES ERINNERNS IST ENTSCHEIDEND
Mitunter bitten die Gespenster gestriger Epochen zum Tanz. Ich entsinne mich, wie nach dem Öffnen der Mauer neben dem Reichstag das Kopfsteinpflaster und die Straßenbahnschienen aus der Kaiserzeit zum Vorschein kamen...


Thomas Hartung: ACHILLES IM DIVERSITY-LABOR
Eine schwarze Helena, ein Trans-Achilles: Wie Hollywood die Vergangenheit moralisch neu besetzt – und Deutschland munter mitmacht...


Marc Pommerening: HERRENGEDECK. EIN ROMAN VON VOLKER ZIERKE
Den Begriff „linke Melancholie“ hat Walter Benjamin 1931 in polemischer Absicht auf linksbürgerliche Autoren wie Erich Kästner angewendet. Die vergebliche Hoffnung auf grundlegende Veränderungen hat deren Helden in die politische Resignation geführt. Ihnen fällt auf, dass die Landschaften schön sind, sie ergreifen Berufe und gehen Beziehungen ein. „So lebte er hin.“ heißt der letzte Satz von Georg Büchners Lenz...


Thomas Hartung: DIE NEUE VOLKSPÄDAGOGIK
Deutschland besitzt mittlerweile eine bemerkenswerte Fähigkeit, selbst die banalsten Formen populärer Unterhaltung in moralische Großkonflikte zu verwandeln. Nun hat es auch die Bergkirchweih in Erlangen erwischt. Mehrere bekannte Party- und Volksfestlieder wurden dort wegen angeblichen Sexismus und Frauenfeindlichkeit faktisch auf den Index gesetzt...
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