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TUMULT-BLOG
Im Mittelpunkt des TUMULT-Projekts steht die gedruckte Vierteljahresschrift. Durch ihr weitmaschiges Netz – viermal jährlich erscheinen 112 Seiten – fallen aber viele lesenswerte Zusendungen, die möglichst rasch veröffentlicht werden sollten oder gar termingebunden sind und/oder deren Umfang die Kapazitäten der Printausgaben überfordert. Solche Texte präsentieren wir fortan im TUMULT-Blog.
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Adorján Kovács: EIN PROPHETISCHER TEXT? GEDANKEN ZU EINEM GEDICHT VON GERD GAISER
Der in den 1950er-Jahren und der ersten Hälfte der 1960er-Jahre vielgelesene und oft prämierte Schriftsteller und Kunsthistoriker Gerd Gaiser (Die sterbende Jagd, Das Schiff im Berg, Schlussball) war als Lehrer Mitglied der NSDAP und im Zweiten Weltkrieg Kampfflieger. Sogar der ihn gegenüber Heinrich Böll – den heute aber auch kaum jemand mehr liest – aus ideologischen Gründen zurücksetzende Kritiker Marcel Reich-Ranicki konnte ihm großes Talent nicht absprechen...


Bettina Gruber: DAS SINNLICHE SCHEINEN DER IDEENLOSIGKEIT. ANGESTRENGTE BLASPHEMIE IM WIENER KÜNSTLERHAUS
„Muss man sich aufregen?“ fragte mich mein Mann mit leicht ermüdeter Stimme, als ich ihn aus Wien anrief, um über meinen Besuch der Ausstellung „Du sollst Dir ein Bild machen“ zu berichten. „Muss man sich aufregen?“ Das ist eine gute, ja die entscheidende Frage...


Felix Menzel: KAMPF UM HEGEMONIE – KRITISCHE GEDANKEN ZU EINEM BUCH VON BENEDIKT KAISER
Wie läßt sich die Deutungshoheit einer Gesellschaft erringen? Und wie kann die kulturelle Hegemonie dann gefestigt werden, damit eine patriotische Partei wie die AfD durchregieren kann, statt sich durchwursteln zu müssen? Um diese Fragen zu beantworten, konsultiert der neurechte Theoretiker Benedikt Kaiser den italienischen Kommunisten Antonio Gramsci...


PROMETHEUS: NETZWERK FÜR ALTERNATIVE LITERATUR
Wer im deutschsprachigen Literaturbetrieb aktiv ist, musste seit einigen Jahren erfahren, dass dort zunehmend nach inhaltlichen Kriterien selektiert wird. Netzwerke hat es immer gegeben. Wählten diese ehemals aber auch nach ästhetischen Maßstäben, nach Form, Stil, Originalität, ja provokantem Reiz, scheint heute vor allem eine Art liberalistischer Realismus gefordert, eine eng begrenzte Haltung, ein Kernbestand weltanschaulicher Thesen, die, wenn schon nicht bekräftigt, so zu


SZENEN VOM SEITENWECHSEL
TUMULT in Halle. Am Stand der Vierteljahresschrift für Konsensstörung kamen Autoren, Leser und Neugierige zusammen. Gut gelaunt, aber stets seriös wurde sich an beiden Messetagen ausgiebig ausgetauscht. Ein Stelldichein der Illusionslosen.


Carsten Germis: SCHAUMKRONEN. DAS FEUILLETON UND DIE BÜCHERMESSE IN HALLE
Widerspruch, heißt es, ist eigentlich die edelste Form des Denkens. Nur Reibung erzeugt Bewegung. Seit Hegel galt er als die Triebkraft jeder Entwicklung: Ohne Dialektik kein Fortschritt, ohne Konflikt keine Vernunft. Dass sich Widerspruch auch ganz anders zeigen kann, dass sich vor allem in der Bundesrepublik mittlerweile gar eine Ökonomisierung des Widerspruchs entwickelt hat, zeigt die Nachlese der Buchmesse »Seitenwechsel« in Halle am vergangenen Wochenende...


Marc Pommerening: INSELN GESEHN - EIN GEDICHTBAND VON JÖRG BERNIG
Gediegen kommt der Gedichtband daher: solides Hardcover, ein Schutzumschlag mit geschmackvollem Aquarell, dezent formuliertes Lob Dresdener Professoren und Zitate großer Kollegen, die wie Cherubine vor dem eigentlichen Text wachen...


Thomas Hartung: VOM HELDEN- ZUM HEULSTAAT
Ferdinand Mount und sein German-Fanboy Richard Kämmerlings feiern große Gefühle statt großer Taten. Über die sentimentale Revolution, den Verlust der Härte und die Ästhetik der Gegenwehr...


Thomas Hartung: DIE TYRANNEI DER REAKTION
Annekathrin Kohouts Buch „Hyperreaktiv“ entlarvt, wie Empörungskultur und Hyperinterpretation durch Reiz-Reaktions-Reflexe Wahrheit und Freiheit verdrängen...


Till Kinzel: ZUM 70. TODESTAG VON JOSÉ ORTEGA Y GASSET
Die europäische Zivilisation zweifelt ernstlich an sich selbst. Wir können uns gratulieren, daß es so ist. Ich kann mich nicht erinnern, daß irgendeine Zivilisation an einem Anfall von Zweifeln zugrunde gegangen wäre. Ich glaube mich vielmehr zu entsinnen, daß Zivilisationen an einer Versteinerung ihrer Glaubenstradition und einer Arterienverkalkung ihres Glaubensinhaltes zugrunde gegangen...


Daniel Zöllner: DIE EWIGE VERSUCHUNG. THOMAS MOLNARS KRITIK DES UTOPISMUS
Nach dem Fall der Berliner Mauer stellte der konservative Historiker Joachim Fest in dem Buch Der zerstörte Traum: Vom Ende des utopischen Zeitalters (1991) die These auf, dass das utopische Denken ein zeitlich begrenztes Phänomen sei. Es habe seit der Französischen Revolution immer neue Ausprägungen erlebt, sei aber heute einer Desillusionierung gewichen. Angesichts der Entwicklung, die seitdem eingetreten ist und die eine erneute Auferstehung utopischen Denkens zeigte, muss


Beate Broßmann: NOBELPREIS FÜR LITERATUR AN LÁSZLÓ KRASZNAHORKAI
Da ist den Juroren eine wirkliche Überraschung gelungen! Seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, war die Auswahl des höchsten Literaturpreises der Welt ideologisch linksliberal, also modisch, geprägt. Nach der Nominierung einer koreanischen Lyrikerin ein Jahr nach dem Desaster im Kreise des Komitees und dem Ausbleiben einer Nominierung des Weltliteraten Philip Roth erwartete ich nichts Inspirierendes mehr...


Beate Broßmann: LUFTMENSCH IN DER DRECKSWELT – ANVERWANDLUNG EINES ROMANS VON TILL RÖCKE
Das Ungenügen. Die Scham. Sie sind immer im falschen Film. Der ihre ist noch nicht gedreht. Die Projektion des eigenen Elends auf die Welt, auf die Menschen, deren Leben gelingt, denen zu leben gelingt, die nicht überwältigt werden von Schmutz, Häßlichkeit, Grobheit, Blödsinn. Die nicht hassen müssen oder verachten. Weil ihnen die Welt gehört, weil sie ihre Gestalt angenommen hat. Das Nichtdazugehören, das Abseitsstehen, die Menschenflucht...


Thomas Hartung: MANNOSPHÄRE – EIN SCHATTENBEGRIFF
Das digitale Schlagwort „Mannosphäre“ entlarvt kein Paralleluniversum, sondern ist das verzerrte Echo einer allumfassend pazifizierten Jugend. Ein Symptom, kein Feindbild...


Till Kinzel: EIN UNGERADES JUBILÄUM. ZUM 126. GEBURTSTAG VON LEO STRAUSS
Der Münchner Philosoph Heinrich Meier legt mit seinem Buch „Leo Strauss. Zur Sache der Politischen Philosophie“ eine Art Summe seines Nachdenkens über Leo Strauss (1899-1973) und die in ihm in besonders eindringlicher Weise verkörperte Sache der Politischen Philosophie vor...


Thomas Hartung: DIE NIEDERLAGE DER IDEOLOGISCHEN ZENSUR
Das Frankfurter Urteil pro Lau-Verlag zeigt: Wo der Staat zum Zensor degeneriert, kehrt das Recht als Gegenspieler zurück – und setzt ein Zeichen für die Renaissance der freien Debatte...


Ralf Rosmiarek: DAS BÖSE – EINE TEUFLISCHE KARRIERE (II)
Allenthalben Hoffnungslosigkeit, zermürbende Trostlosigkeit. Glanz, Trost und Seligkeit wollen nicht so recht in die geschundenen Seelen. Seltsam ahnendes Wissen metaphysischer Wirklichkeit in Sage und Märchen, in Kunst und Dichtung...


Hans Günter Holl: PERVERSION DER AUFKLÄRUNG DURCH IDEOLOGIE
Kalendarisch betrachtet begann die Aufklärung 1620, mit dem Erscheinen von Francis Bacons Werk Novum Organon. Dieser Titel bezog sich auf das Organon des Aristoteles, bestehend aus den „Kategorien“ und der „Lehre vom Satz“, die klar bestimmen sollten, welche Erklärungsprinzipien und Aussagen als philosophisch zulässig gelten konnten – und zwar unabhängig davon, ob sie sich auf Natürliches oder Geistiges bezogen...


ANGERER DER ÄLTERE IST TOT
Sein künstlerisches Markenzeichen sind kosmische Landschaften, die eine Brücke zwischen Himmel und Erde schlagen, märchenhafte Fabelwesen und Szenerien, die einem Traum von universeller Gültigkeit entsprungen scheinen. Angerer, der sich in Anlehnung an die Alten Meister „Angerer der Ältere“ nannte, feierte internationale Erfolge mit Gemälden und Plastiken, die in der Tradition des Surrealismus eines Salvador Dalí und der Wiener Schule des Phantastischen Realismus stehen...


Ralf Rosmiarek: DAS BÖSE – EINE TEUFLISCHE KARRIERE (I)
Warum ist der Mensch böse? Und vielleicht sogar: Warum bin ich es? Das Böse kann mich befallen, verführen, anstecken, aber genauso gut als Neigung und Bereitschaft aus mir wachsen. Was also ist das Böse? Eine Wahnidee ohne reale Entsprechung? Läßt es sich vermessen oder entzieht es sich jeglicher Quantifizierung? Woher die rätselhafte Unschärfe dieses Hauptwortes? Ist das Böse also eine bloße natürliche Tatsache?
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