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TUMULT-BLOG
Im Mittelpunkt des TUMULT-Projekts steht die gedruckte Vierteljahresschrift. Durch ihr weitmaschiges Netz – viermal jährlich erscheinen 112 Seiten – fallen aber viele lesenswerte Zusendungen, die möglichst rasch veröffentlicht werden sollten oder gar termingebunden sind und/oder deren Umfang die Kapazitäten der Printausgaben überfordert. Solche Texte präsentieren wir fortan im TUMULT-Blog.
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Thomas Hartung: DIE EWIGE WIEDERKEHR DES EINFACHEN
Der deutsche Schlager erlebt gerade, was jedes langlebige Genre irgendwann erlebt: Er wird im Fernsehen ausgedünnt, aus Programmfenstern gedrückt, von Intendanten als „zu alt“ etikettiert, von Digitalstrategen in die Zukunft verbannt – und bleibt doch, erstaunlich unbeirrt, in den Köpfen, auf den Festen, nach Mallorca, im Karneval, beim Schützenfest, auf der Münchner Wies’n, im Brixental, im Bierzelt und im Vereinsheim...


Dirk Brockschmidt: EIN ANDERER KALENDER – ÜBER BANINES JÜNGER-MEMOIR
Der Dachdecker hält in der Bewegung inne. Sein erhobener Hammer steht einen Augenblick in der Luft. Schließlich legt er ihn langsam, fast behutsam, aus der Hand, als wäre die Bewegung selbst schon nicht mehr erlaubt. Zwei Worte nur sind gefallen – »Mobilmachung befohlen« – und doch genügen sie, um die Ordnung der Dinge zu verändern. Aus einer friedlichen Gemeinschaft wird eine militärische, aus Alltag wird Krieg, aus Zeit Geschichte...


Roman Raskolnikow: ANGST, TOD, MODERNE UND DER WEG HIN ZUR SELBSTÜBERWINDUNG
Angst. Was ist eigentlich Angst? Der begrifflichen Herkunft nach stammt das deutsche Wort Angst vom althochdeutschen angust ab und ist verwandt mit dem lateinischen angustus. Beide Begriffe haben die Empfindungen der Enge, der Bedrängnis sowie der Beklemmung zum Gegenstand...


Edmund Piper: WIRKLICHKEITEN. ÜBER DEN KÜNSTLER FRANK SCHÄPEL UND DIE RÄNDER DES SICHTBAREN
Es sind nicht die großen Häuser, in denen sich gegenwärtig die interessantesten Verschiebungen beobachten lassen, sondern die kleinen, halbverdeckten Räume an den Rändern des Kulturbetriebs. Orte wie die „Staatsreparatur“, ein Raum, der sich – jenseits etablierter Kuratierungslogiken – auch Positionen öffnet, die im gegenwärtigen Kunstdiskurs nur selten sichtbar werden...


Thomas Hartung: DAS GEHIRN UMERZIEHEN
Laut Liya Yu sei uns „das Autoritäre” zwar eingeschrieben, „das Liberale” aber evolutionärer Zielpunkt. Damit „Rechte” nicht gewinnen, muss das Gehirn also linkstrainiert werden. Das ist orwellesk...


Marc Pommerening: SUBJEKTIVE ANMERKUNGEN ZUM „LICHTSPIELFÜHRER“ VON MARTIN LICHTMESZ
Dass der Altmeister John Ford dem Teenager Steven Spielberg eine Art Privatissimum zur Bildkomposition hielt, erschien dem Altmeister Spielberg derart prägend, dass er die Begegnung in Fords Büro zur Apotheose seines 2020 entstandenen autobiographischen Films „The Fabelmanns“ machte...


Thomas Hartung: TRANSIDEALITÄT
Leon de Winter erzählte Ende Februar in seiner WELT-Kolumne einen Dreiklang, der auf den ersten Blick wie eine Randnotiz der Tagespolitik wirkt, bei genauerem Hinsehen aber eine tektonische Verschiebung zeigt: Hillary Clinton, zum ersten, sitzt auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit einer Transfrau auf dem Podium und diskutiert über „Frauenrechte“ – als wäre es ganz selbstverständlich, dass die politische Repräsentation von Frauen durch eine biologisch männliche Person erf


Till Kinzel: SIEFERLE UND DER KRIEG – ZUR WIEDERVORLAGE
Die eklatante Vernachlässigung der Kriegsgeschichte in der deutschen Geschichts- und Politikwissenschaft seit den 1960er Jahren war die Folge eines Paradigmas, das sich der Kombination aus Pazifismus bzw. Friedensforschung und sozialgeschichtlicher Orientierung verdankte. So blieb sie an den Universitäten marginalisiert...


Dirk Brockschmidt: KEIN EREIGNIS, ABER LESBAR. SEBASTIAN HAFFNERS ABSCHIEDSVORSTELLUNG
Paris 1932. Bevor sich der Leviathan in den Wirren der Weimarer Republik den deutschen Geist vornimmt, verbringt der Erzähler in Sebastian Haffners aus dem Nachlass erscheinenden Roman »Abschied« eine lebhafte Zeit in der Pariser Bohème...


Thomas Hartung: EIN NEUES BLATT, EIN ALTES THEMA
Mit der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung OAZ erschien dieser Tage ein Medium, das sich ausdrücklich als Zeitung von und für Ostdeutsche versteht...


Dirk Brockschmidt: RUSSLAND IM SCHWEBEZUSTAND – EIN ROMAN VON ZAKHAR PRILEPIN
Russland erscheint seit dem Ende der Neunzigerjahre als ein Raum des Übergangs. Nicht im Sinne einer Annäherung an die »liberale Demokratie« und den Kapitalismus – wie sie westliche Fortschrittserzählungen bis 2014 nahelegten –, sondern als ein Raum, in dem Kräfte wirken, die sich täglich erproben und jede verlässliche Prognose unterlaufen...


Thomas Hartung: DIE DÜNNHÄUTIGE REPUBLIK
Wie aus Kunstfreiheit Bewährungsauflage wird: Der Fall Xavier Naidoo zeigt, wie ein nervöses Land Künstler moralisch verwaltet, statt dem Recht und dem Publikum zu vertrauen...


Dirk Brockschmidt: VIEL MATERIAL, WENIG ZUSAMMENHANG. EINE LEBLOS-LITERARISCHE BIOGRAPHIE ÜBER RAINER MARIA RILKE
Nicht jedes Gedenkjahr ist ein Denkjahr. Das abgeschlossene Rilke-Jahr 2025 und das noch junge Erinnerungsjahr 2026 haben vor allem eines hervorgebracht: publizistischen Eifer. Kaum ein Feuilleton, kaum ein Verlag fühlt sich nicht berufen, Rainer Maria Rilkes Werk erneut zu ordnen, auszulegen oder gleich ganz neu zu kontextualisieren...


Christoph Ernst: WOKE KULTURPOLITIK – EIN BUCH SAMMELT SCHADENSFÄLLE
Zusammen mit zwölf Mitstreitern beschreibt Herausgeber und Philosoph Alexander Ulfig die verheerenden Folgen „woker“ Gesinnung auf den deutschen Kulturbetrieb. Das Buch „Woke Kulturpolitik – Ursprünge, Erscheinungsformen und Auswirkungen“ verdeutlicht eindrucksvoll, wie eine schein-emanzipatorische Doktrin das Kulturleben zerstört...


Thomas Hartung: MYTHEN IM STECHSCHRITT
Mittelerde, Narnia, Phantásien: Diese Orte sind keine Parteizentralen. Sie sind Prüfstände für unsere eigenen Wünsche nach Gerechtigkeit, Ordnung, Freiheit. Wer sie nur noch unter Sicherheitsaspekten liest, beweist damit vor allem eines – sein Misstrauen gegenüber der Mündigkeit der Leser...


Adorján Kovács: EIN PROPHETISCHER TEXT? GEDANKEN ZU EINEM GEDICHT VON GERD GAISER
Der in den 1950er-Jahren und der ersten Hälfte der 1960er-Jahre vielgelesene und oft prämierte Schriftsteller und Kunsthistoriker Gerd Gaiser (Die sterbende Jagd, Das Schiff im Berg, Schlussball) war als Lehrer Mitglied der NSDAP und im Zweiten Weltkrieg Kampfflieger. Sogar der ihn gegenüber Heinrich Böll – den heute aber auch kaum jemand mehr liest – aus ideologischen Gründen zurücksetzende Kritiker Marcel Reich-Ranicki konnte ihm großes Talent nicht absprechen...


Bettina Gruber: DAS SINNLICHE SCHEINEN DER IDEENLOSIGKEIT. ANGESTRENGTE BLASPHEMIE IM WIENER KÜNSTLERHAUS
„Muss man sich aufregen?“ fragte mich mein Mann mit leicht ermüdeter Stimme, als ich ihn aus Wien anrief, um über meinen Besuch der Ausstellung „Du sollst Dir ein Bild machen“ zu berichten. „Muss man sich aufregen?“ Das ist eine gute, ja die entscheidende Frage...


Felix Menzel: KAMPF UM HEGEMONIE – KRITISCHE GEDANKEN ZU EINEM BUCH VON BENEDIKT KAISER
Wie läßt sich die Deutungshoheit einer Gesellschaft erringen? Und wie kann die kulturelle Hegemonie dann gefestigt werden, damit eine patriotische Partei wie die AfD durchregieren kann, statt sich durchwursteln zu müssen? Um diese Fragen zu beantworten, konsultiert der neurechte Theoretiker Benedikt Kaiser den italienischen Kommunisten Antonio Gramsci...


PROMETHEUS: NETZWERK FÜR ALTERNATIVE LITERATUR
Wer im deutschsprachigen Literaturbetrieb aktiv ist, musste seit einigen Jahren erfahren, dass dort zunehmend nach inhaltlichen Kriterien selektiert wird. Netzwerke hat es immer gegeben. Wählten diese ehemals aber auch nach ästhetischen Maßstäben, nach Form, Stil, Originalität, ja provokantem Reiz, scheint heute vor allem eine Art liberalistischer Realismus gefordert, eine eng begrenzte Haltung, ein Kernbestand weltanschaulicher Thesen, die, wenn schon nicht bekräftigt, so zu


SZENEN VOM SEITENWECHSEL
TUMULT in Halle. Am Stand der Vierteljahresschrift für Konsensstörung kamen Autoren, Leser und Neugierige zusammen. Gut gelaunt, aber stets seriös wurde sich an beiden Messetagen ausgiebig ausgetauscht. Ein Stelldichein der Illusionslosen.
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