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TUMULT-BLOG
Im Mittelpunkt des TUMULT-Projekts steht die gedruckte Vierteljahresschrift. Durch ihr weitmaschiges Netz – viermal jährlich erscheinen 112 Seiten – fallen aber viele lesenswerte Zusendungen, die möglichst rasch veröffentlicht werden sollten oder gar termingebunden sind und/oder deren Umfang die Kapazitäten der Printausgaben überfordert. Solche Texte präsentieren wir fortan im TUMULT-Blog.
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Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, als ich vom Flohmarkt kommend meinen Heimweg durch den innerstädtischen Weinbergspark nehmen wollte, stockte ein Passant, der mir vorausging. Keine Gefahr ließ ihn halten, sondern ein Wunder: Denn mit vorbildlicher Dünkelhaftigkeit stolzierte ein silbergrauer Kranich an uns vorbei, seinen Kopf rhythmisch wiegend, wie der stolze Höfling eines hierarchisch organisierten Vogelstaats...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, das Böse ist monoton wie die rhythmisierten Parolen zur Befreiung Palästinas, die am Oranienplatz in Kreuzberg skandiert wurden, um die Morde vom 7.10. am 7.10. zu feiern. Verständlich, dass die wenigen Gegendemonstranten sich aus Sicherheitsgründen maskierten; wenn die Demo-Teilnehmer es auch taten, dann wohl weil sie getarnt enthemmter hassen und Israel noch inniger verfluchen konnten...


Gunther Nickel: KUNSTFREIHEIT UNTER POLITISCHEN VORZEICHEN – DIE KULTURPROGRAMME DER AfD
Die politische Zweckbindung öffentlicher Kulturförderung bei Linken, SPD und Grünen war hier vor einigen Tagen Gegenstand des Kommentars »Staatskunst im Namen der Freiheit«. Doch wie verhält es sich damit bei der AfD, die eine solche Instrumentalisierung der Kunst ausdrücklich kritisiert?


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, Geschichtsoptimist war ich nur kurz. In den für mich prägenden frühen Neunziger Jahren sah ich multikulturelle Imperien zusammenbrechen und Nationen aus ihren Trümmern erstehen. Mehr noch als das jähe Ende der Sowjetunion sprach der Zerfall Jugoslawiens gegen die Haltbarkeit von Vielvölkerstaaten, selbst im kleinen Ruanda mordeten Hutu Tutsi mit Macheten. Ganz offenbar waren Nationen, ihre Geschichte und ihre Mythen, haltbarer als mit eiserner Hand regierte


Thomas Palzer: MEREOLOGIE
Ist der Geist Teil des Gehirns – oder ist es umgekehrt: das Gehirn Teil des Geistes? Das ist die entscheidende Frage – und ihre Beantwortung hat natürlich Folgen für die Diskussion um die Organspende. Da Organe Teile eines Organismus sind, und der Organismus Teil, nämlich Fundament einer Person, wird es kompliziert...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, die Linken sollen ran, finde ich. Sollen machen, was sie wollen, und dabei scheitern. Spektakulär und so gründlich, dass die Nachgeborenen sich mit Schaudern an jene islamostalinistischen „Tage der Kommune“ erinnern werden. Die linken Parteien wird es zerreißen, Berlin leider auch...


Gunther Nickel: STAATSKUNST IM NAMEN DER FREIHEIT
Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus mit ihrem besten Ergebnis der Parteigeschichte gewonnen, in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich unter Manuela Schwesig eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen ab. Die Sondierungen haben gerade erst begonnen, doch die Wahlprogramme lassen erkennen, wohin die Kulturpolitik steuert: mehr Geld für Kultureinrichtungen, sozialer Schutz für Künstler, breiterer Zugang zu kulturellen Angeboten...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, als Lokalpatriot schmerzt mich ein Berlin-Bashing, das zumal in rechten Kreisen eine Art Argumentationsfolklore geworden ist. Man benutzt den bösen Begriff „Reichshauptslum“ oder zieht, Peter Scholl-Latour zitierend, Vergleiche zu Kalkutta...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, als kultivierter Mensch meiden Sie selbstverständlich das Theater. Komme ich, als gelernter Theaterregisseur, auf das Thema, erträgt der Herausgeber von TUMULT meinen Redeschwall wie einen Regenguss. Ich bitte also um Nachsicht, wenn ich ein, zudem vergessenes Theaterstück zum Ausgangspunkt einiger Überlegungen mache...


Marc Pommerening: BOTSCHAFTEN AUS DEM INNEREN DES WALS
Lieber Herr R***, wenn ich Ihnen in den kommenden Wochen Botschaften per Flaschenpost zukommen lasse, dann geschieht das in größtmöglicher Heimlichkeit. Wie der Wal den Jona so hat mich Berlin verschluckt und ahnt nichts von meiner Existenz. Da ich mich ruhig verhalte, im Inneren des Wals, wird er mich vielleicht nicht ausspeien. Ich muss aber meine Schritte vorsichtig setzen, um das sensible Ungeheuer nicht zu provozieren, schließlich bin ich sein Untermieter und teile mit m
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